Korrelations-Radar
Bewegen sich zwei Märkte gerade im Gleichschritt oder gegeneinander — und ist das für dieses Paar normal? Die Kurve zeigt die Korrelation der Tagesbewegungen in einem gleitenden Fenster, über die gesamte gemeinsame Historie. Die längsten Reihen reichen bis 1970 zurück.
Y-Achse = Korrelationskoeffizient von −1 (exakt gegenläufig) über 0 (kein Zusammenhang) bis +1 (exakt gleichgerichtet). Das Fenster zählt gemeinsame Handelstage, nicht Kalendertage: 63 entspricht rund drei Monaten, 252 rund einem Jahr. Die Linie ist für die Darstellung ausgedünnt; alle Kennzahlen rechnen auf der vollständigen Reihe.
Alle Paare im Überblick
Sortiert nach der Stärke des aktuellen Werts im 63-Tage-Fenster. Perzentil sagt, wo dieser Wert in der eigenen Geschichte des Paares liegt — 95 heißt: nur in 5 % der Zeit lag er höher. Klick auf eine Zeile zeigt das Paar im Chart.
Methodik — wie gerechnet wurde
Gerechnet wird auf Bewegungen, nicht auf Kursen
Zwei steigende Kurse korrelieren fast immer hoch, ohne dass das etwas bedeutet — beide steigen über die Jahre, also läuft der Zusammenhang gegen eins. Das ist die klassische Scheinkorrelation trendbehafteter Reihen. Erst die Tagesbewegungen beantworten die eigentliche Frage: Bewegen sich die beiden Märkte an denselben Tagen in dieselbe Richtung? Kursreihen gehen als logarithmische Rendite ein.
Zinsen sind keine Kurse
Die Renditereihen sind Zinssätze in Prozent. Eine prozentuale Änderung einer Prozentzahl ist keine sinnvolle Grösse, und die Reihe kann null werden — eine logarithmische Rendite darauf wäre unbrauchbar. Sie gehen deshalb als tägliche Änderung in Basispunkten ein. Beim Lesen wichtig: eine steigende Rendite bedeutet fallende Anleihekurse. Wer die 10-Jahres-Rendite gegen einen Anleihe-ETF hält, erwartet deshalb ein negatives Vorzeichen — und findet es auch.
Es wird nichts aufgefüllt
Krypto handelt an sieben Tagen die Woche, die NYSE nicht, und XETRA hat wieder andere Feiertage. Gerechnet wird ausschließlich auf Tagen, an denen beide Reihen einen Schlusskurs haben, und die Bewegungen entstehen erst danach über aufeinanderfolgende gemeinsame Termine. Würde man fehlende Tage auffüllen, verglich man einen Bitcoin-Sonntag mit einem Freitagsschluss.
Zwei Fenster, nicht eines
63 Handelstage sind die Hauptansicht und entsprechen ungefähr drei Monaten. Sie reagieren schnell, schwanken dafür stark. 252 Tage — rund ein Jahr — sind die langsamere Gegenprobe. Ein kurzes Fenster allein taugt nicht, um einen Höchstwert einzuordnen: bei Hunderten überlappender Fenster findet sich fast zwangsläufig irgendwo eine Spitze.
Was die Seite nicht sagt
- Keinen p-Wert und keine Signifikanzklasse. Das Paar wählen Sie aus — eine Signifikanzaussage über eine selbst ausgesuchte Reihe wäre irreführend.
- Nichts über Ursache. Zwei Märkte können gemeinsam auf dieselbe dritte Grösse reagieren, ohne dass einer den anderen bewegt.
- Nichts über die Zukunft. Korrelationen brechen, und zwar am ehesten dann, wenn man sich auf sie verlässt.
- Nichts über die Grösse der Bewegung. Zwei Märkte können perfekt korreliert sein, während der eine um ein Prozent und der andere um zehn schwankt.
Datengrundlage
Tagesschlusskurse aus der eigenen Datenbank, 21 Reihen über Aktien, Rohstoffe, Zinsen, Krypto, Währungen und Sektoren. Das Universum ist bewusst klein und vorab festgelegt: Wer aus mehreren hundert Tickern frei kombiniert, sucht sich Auffälligkeiten zusammen. Futures und ETFs sind als solche beschriftet, weil ein Rollverfahren oder eine Dividendenbereinigung eine andere Reihe erzeugt als der reine Kassakurs.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Wert konkret?
Er misst, wie gleichgerichtet sich die Tagesbewegungen im gewählten Fenster bewegt haben. +1 hieße: jeder Tag, an dem der eine steigt, steigt auch der andere. 0: kein erkennbarer Zusammenhang. −1: exakt gegenläufig. Werte um 0,9 sind bei nahen Verwandten normal — ein Technologie-ETF und der Nasdaq enthalten weitgehend dieselben Aktien.
Warum ist das Perzentil wichtiger als der Wert selbst?
Weil jedes Paar sein eigenes Normalniveau hat. Eine Korrelation von 0,85 ist zwischen zwei Aktienindizes unauffällig und zwischen Gold und dem Nasdaq ein Ausnahmezustand. Das Perzentil sagt, wo der heutige Wert in der eigenen Geschichte dieses Paares liegt — und nur das ist vergleichbar.
Warum reicht die Historie bei manchen Paaren nur wenige Jahre?
Weil gerechnet wird, solange beide Reihen existieren. Die 10-Jahres-Rendite reicht bis 1970 zurück, Ether erst bis 2017 — das Paar aus beiden beginnt also 2017. Der gemeinsame Zeitraum steht bei jedem Paar dabei, und bei kurzen Historien ist ein Perzentil entsprechend weniger wert.
Ist ein Extremwert ein Signal?
Nein. Die Seite zeigt eine Auswertung historischer Kursdaten, keine Prognose und keine Anlageberatung. Ein gleitendes Fenster erzeugt Hunderte überlappender Beobachtungen; ein Höchstwert darin ist kein Ereignis, sondern eine Eigenschaft der Rechnung. Vergangene Muster garantieren keine künftigen Ergebnisse.