Overnight vs. IntradaySPY

Wo entsteht die Performance — nachts (Close→Open) oder tagsüber (Open→Close)?

Methodik

Datengrundlage

  • Datenquelle: Supabase (Yahoo Finance OHLC), täglich aktualisiert
  • Benötigt: Open + Close Kurse (OHLC)
  • Zeitraum: Wählbar 5–30 Jahre oder Max

Berechnung

  • Overnight: (Open[t] / Close[t−1] − 1) × 100 — Return über Nacht (Gap)
  • Intraday: (Close[t] / Open[t] − 1) × 100 — Return während der Handelssession
  • Total: Overnight + Intraday (Residual-Ansatz, kein cross-day OHLC)
  • Kumuliert: Produkt der täglichen (1 + r/100), gruppiert nach Tag des Jahres

Interpretation

  • Viele Indizes (SPY, QQQ) generieren den Großteil ihres Returns overnight
  • Intraday-Trader verpassen diesen strukturellen Vorteil
  • Saisonale Muster können sich zwischen Overnight und Intraday unterscheiden

Hinweis

  • Open-Kurse bei Yahoo Finance sind nicht immer perfekt split-adjustiert
  • Die Trends sind dennoch statistisch aussagekräftig über längere Zeiträume
Overnight vs. Intraday verstehen — Renditezerlegung, Lesart & Methodik

Das Tool Overnight vs. Intraday von SeasonAlpha zerlegt die Gesamtrendite einer Aktie oder eines ETFs in zwei klar getrennte Fenster. Die Overnight-Rendite umfasst die Zeit zwischen dem Schlusskurs eines Handelstages und der Eröffnung des nächsten Tages — also die Stunden, in denen die Börse geschlossen ist. Die Intraday-Rendite deckt die reguläre Handelssession ab, von der Eröffnung bis zum Schluss desselben Tages. Beide Fenster zusammen ergeben die Gesamtrendite. So wird sichtbar, wann die Performance eines Titels tatsächlich entsteht: über Nacht oder während des Handels. Historisch trägt bei vielen US-Werten wie SPY, QQQ oder großen Einzelaktien das Overnight-Fenster den Großteil der langfristigen Rendite — ein Muster, das viele Anleger überrascht.

Die Zerlegung liest du am einfachsten über die KPI-Leiste und die Charts. Der Wert Overnight-Anteil zeigt, welcher Prozentsatz der aufsummierten Bewegung auf das Nacht-Fenster entfällt; ein Anteil deutlich über 50 Prozent bedeutet, dass der Titel sein Geld vor allem außerhalb der Handelszeit verdient. In den Balkendiagrammen nach Monat und Wochentag stehen Overnight (blau), Intraday (orange) und Total (grün) nebeneinander — so erkennst du, ob ein saisonales Muster eher in der Nacht oder im Tagesverlauf liegt. Der kumulierte Jahresverlauf summiert beide Komponenten über das Jahr auf und macht anschaulich, wie weit die Overnight- und die Intraday-Kurve auseinanderlaufen. Die Heatmap und der Signifikanztest ergänzen das Bild: Letzterer prüft per t-Test, ob der Overnight-Effekt systematisch von Null verschieden ist oder bloßer Zufall.

Methodisch berechnet SeasonAlpha die Zerlegung bewusst über einen Residual-Ansatz: Die Intraday-Rendite ergibt sich sauber aus Eröffnung und Schluss desselben Tages, die Gesamtrendite aus zwei aufeinanderfolgenden Schlusskursen — und die Overnight-Rendite wird als Differenz gebildet (Overnight = Total − Intraday). Damit wird vermieden, Eröffnung und Vortagsschluss direkt zu verrechnen: Ein solcher Cross-Day-OHLC-Vergleich würde Kurse mit unterschiedlichen Anpassungsfaktoren mischen und an Dividenden- oder Split-Tagen einen systematischen Verzerrungseffekt erzeugen. Alle Auswertungen beruhen auf normalisierten Renditen, nicht auf absoluten Kursdifferenzen, sodass Titel unterschiedlicher Preisniveaus und unterschiedlicher Zeiträume vergleichbar bleiben. Die Daten stammen aus täglich aktualisierten OHLC-Kursen; ein optionaler technischer Filter erlaubt es, die Analyse auf bestimmte Marktphasen einzuschränken.

So aufschlussreich die Zerlegung ist — sie hat Grenzen. Der Overnight-Effekt ist ein statistisches Muster der Vergangenheit, keine handelbare Garantie. Wer ihn nutzen wollte, müsste täglich zum Schluss kaufen und zur Eröffnung verkaufen; in der Praxis fressen Geld-Brief-Spannen, Gebühren und Slippage einen großen Teil des theoretischen Vorteils auf. Zudem hängen Eröffnungskurse von der Datenqualität ab und sind nicht immer perfekt split-bereinigt. Stärke und Vorzeichen des Effekts schwanken je nach Titel, Zeitraum und Marktregime erheblich. Dieses Tool ist daher ein deskriptives Analyse-Instrument zur Einordnung, keine Anlageberatung und keine Handelsempfehlung. Vergangene Muster garantieren keine künftigen Ergebnisse — nutze die Auswertung als Kontext zu deiner eigenen Recherche.

Häufige Fragen

Was bedeutet Overnight und Intraday bei Aktien? Die Tagesrendite lässt sich in zwei Fenster zerlegen. Die Overnight-Rendite entsteht zwischen dem Schlusskurs eines Tages und der Eröffnung des nächsten Handelstages, also außerhalb der Börsenzeit. Die Intraday-Rendite entsteht zwischen Eröffnung und Schluss desselben Tages, während die Börse geöffnet ist. Zusammen ergeben beide die Gesamtrendite. Historisch trägt bei vielen US-Werten das Overnight-Fenster den Großteil der langfristigen Rendite.

Wie wird die Overnight-Rendite berechnet? SeasonAlpha nutzt einen Residual-Ansatz: Overnight = Total − Intraday. Die Intraday-Rendite folgt sauber aus Eröffnung und Schluss desselben Tages, die Gesamtrendite aus zwei aufeinanderfolgenden Schlusskursen. So werden keine Kurse zweier verschiedener Tage direkt verrechnet — das vermeidet einen Verzerrungseffekt durch wechselnde Anpassungsfaktoren etwa an Dividenden-Tagen. Alle Renditen werden normalisiert ausgewertet, nicht als absolute Kursdifferenzen.

Warum trägt das Overnight-Fenster oft den Großteil der Rendite? Bei vielen US-Aktien und Index-ETFs konzentriert sich der langfristige Kursgewinn auf die Zeit außerhalb der Handelssession; Eröffnungskurse liegen historisch häufig über dem Vortagsschluss, während die Tagesbewegung im Mittel flacher verläuft. Das Muster ist gut dokumentiert, aber kein Naturgesetz: Es variiert je nach Titel, Zeitraum und Marktphase und ist wegen Spannen, Gebühren und Slippage nicht ohne Weiteres handelbar.