Zentralbank-Effekt — ^GSPC
Marktreaktion rund um Notenbank-Sitzungen (t0 = Entscheidungstag)
Polymarket Fed-Path 2026 — was der Markt einpreist
Parallel zur historischen Event-Analyse oben: die implizite Wahrscheinlichkeits-Verteilung aus dem Polymarket-Event "How many Fed rate cuts in 2026?". 13 Outcome-Markets (0, 1, 2, ... 12+ Cuts), live via Polymarket API, gewichteter Erwartungswert als grüne Linie.
→ Vollständige Polymarket-Page mit Historie und Risiko-Markets
Methodik
Datengrundlage
- Fed (FOMC): 224 Sitzungstermine (2000–2026)
- Fed Zinserhöhungen: 40 Hike-Entscheidungen (2000–2024) — nur Sitzungen an denen die Fed den Leitzins erhöht hat
- Fed Zinssenkungen: 31 Cut-Entscheidungen (2000–2024) — nur Sitzungen an denen die Fed den Leitzins gesenkt hat
- EZB: 96 Ratssitzungen (2015–2026)
- Bank of England: 58 MPC-Sitzungen (2020–2026)
- Bank of Japan: 40 Sitzungen (2022–2026)
- Preisdaten: Supabase (Yahoo Finance), täglich aktualisiert
Hike vs. Cut Analyse
Mit den Optionen Fed Zinserhöhungen und Fed Zinssenkungen kannst du gezielt untersuchen wie der Markt auf die Richtung der geldpolitischen Entscheidung reagiert — statt auf alle Sitzungen pauschal. Klassische These: nach Zinssenkungen steigen Aktien (expansive Geldpolitik), nach Zinserhöhungen fallen sie (restriktiv). Ein Backtest zeigt ob das stimmt.
Berechnung
- t0: Entscheidungstag der Notenbank (oder nächster Handelstag)
- Normierung: Kursverlauf auf t0 = 0% normiert
- Fenster: t−N bis t+N Handelstage um den Entscheidungstag
- Durchschnittskurve: Mittelwert über alle Events im Zeitraum
- Win-Rate: Anteil der Events mit positivem Return (t−N bis t+N)
Notenbank-Sitzungen verstehen — Termine, Marktreaktion & Methodik
Das Tool Notenbanken von SeasonAlpha verbindet zwei Dinge: einen Kalender der wichtigsten Notenbank-Sitzungstermine — Fed (FOMC), EZB, Bank of England (BoE), Bank of Japan (BoJ), SNB, BoC, RBA und RBNZ — und die Auswertung, wie sich ein Markt rund um diese Termine historisch verhalten hat. Du wählst einen Ticker (z. B. den S&P 500) und eine Notenbank; das Tool legt alle vergangenen Sitzungen übereinander und zeigt die durchschnittliche Kursbewegung im Fenster um den Entscheidungstag. So wird sichtbar, ob es rund um geldpolitische Entscheidungen ein wiederkehrendes Muster gab — etwa den bekannten Pre-FOMC-Drift, eine leichte Aufwärtstendenz in den Stunden und Tagen vor der Fed-Entscheidung.
Der zentrale Bezugspunkt ist t0, der Entscheidungstag der jeweiligen Notenbank. Bei zweitägigen Sitzungen — wie beim FOMC oder bei der EZB — ist das stets der zweite Tag, an dem die Entscheidung bekanntgegeben wird. Im Event-Window-Chart steht t0 in der Mitte; links davon liegen die Handelstage vor der Sitzung (t−1, t−2, …), rechts die Tage danach (t+1, t+2, …). Die Durchschnittskurve ist der Mittelwert über alle Sitzungen im gewählten Zeitraum. Steigt sie schon vor t0 an, deutet das auf einen Vorlauf-Effekt hin; ein Sprung direkt nach t0 zeigt die unmittelbare Marktreaktion auf die Entscheidung. Über die Regler legst du das Fenster fest (z. B. fünf Tage vor und nach t0); Win-Rate und Ø Rendite fassen zusammen, wie oft und wie stark der Markt in diesem Fenster zulegte.
Methodisch arbeitet das Tool mit normalisierten Renditen: Jede einzelne Sitzung wird so skaliert, dass der Kurs am Entscheidungstag t0 bei 0 % liegt. Erst dadurch lassen sich Sitzungen aus unterschiedlichen Kursniveaus und Jahren fair übereinanderlegen und mitteln — nicht über absolute Punktdifferenzen. Die Termine stammen je Notenbank aus offiziellen Quellen (federalreserve.gov, ecb.europa.eu, bankofengland.co.uk, boj.or.jp u. a.) und decken je nach Institut unterschiedlich lange Historien ab — für die Fed reichen sie bis ins Jahr 2000 zurück. Zusätzlich kannst du beim FOMC gezielt zwischen Zinserhöhungen und Zinssenkungen unterscheiden, um zu prüfen, ob die Richtung der Entscheidung die Marktreaktion verändert. Ein Signifikanztest (t-Test gegen null) ordnet ein, ob ein beobachteter Effekt statistisch belastbar oder eher Zufall ist.
Diese Auswertung ist ein deskriptives, statistisches Werkzeug, keine Anlageberatung und keine Prognose künftiger Notenbank-Entscheidungen. Sie zeigt, wie sich ein Markt in der Vergangenheit rund um Sitzungstermine verhalten hat — ob die Notenbank den Zins erhöht, senkt oder unverändert lässt, ist im Voraus nicht bekannt und nicht Teil der Analyse. Die Aussagekraft hängt von der Zahl der Sitzungen im gewählten Fenster ab: Wenige Events ergeben statistisch dünne Durchschnitte. Marktbewegungen rund um Notenbank-Termine haben zudem viele Ursachen — Konjunkturdaten, Geopolitik, Liquidität —, die sich nicht sauber von der reinen Sitzungswirkung trennen lassen. Nutze die Ergebnisse als Kontext für deine eigene Recherche, nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage. Vergangene Muster garantieren keine künftigen Ergebnisse.
Häufige Fragen
Was ist der Pre-FOMC-Drift? Als Pre-FOMC-Drift bezeichnet man die in einigen Studien beobachtete Tendenz von US-Aktien, in den Stunden und Tagen vor einer Fed-Entscheidung (t0) leicht zuzulegen. Das Event-Window-Tool macht solche Vorlauf-Muster sichtbar: Steigt die Durchschnittskurve bereits links von t0 an, war im gewählten Zeitraum ein Vorlauf-Effekt vorhanden. Ob er auch künftig auftritt, lässt sich daraus nicht ableiten.
Warum ist t0 der zweite Sitzungstag? Fed (FOMC), EZB und einige andere Notenbanken tagen über zwei Tage. Die Zinsentscheidung wird erst am zweiten Tag veröffentlicht — dieser Tag der Bekanntgabe ist der Entscheidungstag und damit t0. Fällt der Termin auf einen Feiertag oder ein Wochenende, nutzt das Tool den nächsten Handelstag als Bezugspunkt.
Welche Notenbanken deckt das Tool ab? Das Tool führt Sitzungstermine für Fed (FOMC), EZB, Bank of England, Bank of Japan, SNB, Bank of Canada, RBA und RBNZ. Die Marktreaktions-Analyse mit Event-Window-Chart steht aktuell für Fed, EZB, BoE und BoJ zur Verfügung — inklusive der Fed-Sonderfilter für Zinserhöhungen und Zinssenkungen. Welche Notenbank für einen Ticker relevant ist, richtet sich nach dem Handelsplatz bzw. der Währung.