2026 ist ein Midterm-Jahr — und das hat Konsequenzen

Alle vier Jahre wählen die USA einen Präsidenten. Dazwischen, im zweiten Jahr der Amtszeit, finden die Midterm Elections statt — die Zwischenwahlen für den Kongress. 2026 ist ein solches Midterm-Jahr.

Für Anleger ist das relevant, denn: Midterm-Jahre zeigen historisch die tiefsten Drawdowns im gesamten Präsidentenzyklus. Das ist kein Zufall, sondern hat politische Gründe.

Was zeigen 130 Jahre Dow Jones?

Wir haben alle 33 Midterm-Jahre seit 1898 ausgewertet — über 130 Jahre Börsengeschichte. Das Ergebnis:

ZyklusjahrØ Max DrawdownAnzahl Jahre
Jahr 1 (Post-Election)–16,7 %33
Jahr 2 (Midterm)–17,9 %33
Jahr 3 (Pre-Election)–16,1 %32
Jahr 4 (Election)–15,8 %33

Midterm-Jahre haben mit –17,9 % den tiefsten durchschnittlichen Drawdown. Der Unterschied zu Election-Jahren (–15,8 %) beträgt über 2 Prozentpunkte — das klingt wenig, summiert sich aber über Jahrzehnte.

Der Drawdown-Verlauf im Zyklusvergleich

Drawdown nach Präsidentenzyklus
Drawdown nach Präsidentenzyklus

Der Chart zeigt den durchschnittlichen Drawdown-Verlauf für jede Zyklusposition. Die rote Linie (Midterm) fällt ab Frühjahr deutlich tiefer als die anderen — besonders zwischen Mai und Oktober.

Das Muster dahinter: Im Midterm-Jahr ist die politische Unsicherheit am höchsten. Der Präsident hat seine Anfangs-Euphorie verloren, unpopuläre Reformen werden durchgedrückt, und die Opposition mobilisiert für die Kongresswahlen. Die Börse reagiert darauf mit erhöhter Nervosität.

Die schlimmsten Midterm-Drawdowns

JahrMax DrawdownKontext
1930–46,4 %Beginn der Great Depression
1974–35,2 %Ölkrise + Watergate
2002–31,5 %Dotcom-Crash Nachwehen
1962–26,7 %Kennedy-Krise (Kuba)
1938–26,3 %Roosevelt-Rezession

Auffällig: Vier der fünf schlimmsten Midterm-Jahre waren von externen Krisen geprägt. Das Midterm-Jahr allein verursacht keine Crashs — aber es verstärkt bestehende Risiken.

Die besten Midterm-Jahre

Nicht jedes Midterm-Jahr ist schlecht:

JahrMax DrawdownKontext
1954–4,2 %Nachkriegs-Boom
1958–4,8 %Eisenhower-Ära
2014–7,3 %QE-getriebener Bullenmarkt

Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, können Midterm-Jahre auch ruhig verlaufen. Der Zykluseffekt ist ein statistischer Trend, keine Garantie.

Wo steht 2026?

Stand April 2026 liegt der Dow Jones bei einem Drawdown von rund –8 %. Das liegt unter dem historischen Midterm-Durchschnitt von –17,9 % — aber das Tief kommt in Midterm-Jahren typischerweise erst im Herbst (September bis Oktober).

Die spannende Frage ist: Bleibt 2026 ein mildes Midterm-Jahr wie 2014 (–7 %)? Oder entwickelt es sich eher Richtung 2002 (–31 %)?

Auf SeasonAlpha kannst du den aktuellen Drawdown-Verlauf live verfolgen — im Vergleich mit dem historischen Durchschnitt aller Midterm-Jahre.

Was bedeutet das für Anleger?

Drei Denkansätze aus der Midterm-Analyse:

So analysierst du es auf SeasonAlpha

  1. Öffne seasonalpha.aiJahreszyklus
  2. Scrolle nach unten zu Drawdown & Risiko
  3. Öffne den Expander "Drawdown nach Präsidentenzyklus"
  4. Vergleiche die 4 Zyklusjahre im Chart — Midterm (rot) vs. Pre-Election (grün)

Fazit

Midterm-Jahre sind historisch die riskanteste Phase im Präsidentenzyklus. 2026 steht noch am Anfang — der typische Drawdown kommt erst in der zweiten Jahreshälfte. Nutze die saisonale Analyse auf seasonalpha.ai, um den Verlauf live zu verfolgen.

Häufige Fragen

Warum sind Midterm-Jahre besonders volatil?

Politische Unsicherheit ist am höchsten: Der Präsident verliert oft seine Kongressmehrheit, Reformstaus blockieren Wachstumsimpulse, und die Opposition nutzt die Zwischenwahlen zur Mobilisierung. Anleger preisen diese Unsicherheit ein.

Ist 2026 automatisch ein schlechtes Börsenjahr?

Nein. Midterm-Jahre haben im Schnitt tiefere Drawdowns, aber die Gesamtrendite kann trotzdem positiv sein. Viele Midterm-Jahre enden im Plus — der Weg dorthin ist nur holpriger.

Wann ist der beste Einstiegszeitpunkt in Midterm-Jahren?

Historisch liegt das Tief in Midterm-Jahren zwischen September und Oktober. Die anschließende Rally bis zum Jahresende und ins dritte Zyklusjahr (Pre-Election) war in der Vergangenheit überdurchschnittlich stark.