Der unscheinbare Sommermonat mit dem besten Lauf

Viele Anleger kennen die Faustregel „Sell in May and go away" — und meiden den Sommer. Bei Google-Mutter Alphabet (GOOGL) hätte genau das in den letzten Jahren Rendite gekostet. Denn der Juli ist seit 2011 der mit Abstand stärkste Börsenmonat der Aktie. Im Schnitt legte GOOGL im Juli rund +9 % zu — und schloss dabei 14 von 15 Jahren positiv ab.

Wie robust ist dieses Muster? Und was steckt dahinter?

Was ein Monatszyklus zeigt

Ein Monatszyklus fasst zusammen, wie sich eine Aktie im Durchschnitt in jedem Kalendermonat entwickelt hat. SeasonAlpha nutzt dafür normalisierte Renditen: Jedes Jahr startet bei 100, die täglichen Veränderungen zinsen sich darauf auf. So sind Jahre mit hohem und niedrigem Kursniveau direkt vergleichbar — anders als bei reinen Punktdifferenzen.

Das Ergebnis ist kein Versprechen, sondern eine Wahrscheinlichkeit: Welche Monate liefen historisch zuverlässig gut, welche schwächer?

Die Daten: Googles Juli seit 2011

Der folgende Chart zeigt die durchschnittliche Rendite je Kalendermonat für GOOGL über die letzten 15 Jahre. Der laufende Monat ist hervorgehoben.

Der Juli sticht klar heraus — Platz 1 von zwölf Monaten. Besonders auffällig: Auf den schwächsten Sommermonat Juni (im Schnitt leicht negativ, nur gut ein Drittel positive Jahre) folgt direkt der stärkste.

Kennzahl (Juli, 2011–2025)Wert
Ø Rendite+9,0 %
Median+10,9 %
Positive Jahre14 von 15 (93 %)
Bester Juli2015: +23,1 %
Schwächster Juli2024: −7,5 %

Eine Trefferquote von 93 % bedeutet: In fast jedem Jahr seit 2011 stand der Juli am Monatsende im Plus. Nur 2024 fiel mit −7,5 % aus dem Rahmen.

Warum gerade der Juli?

Ein plausibler Treiber: Alphabet legt Ende Juli seine Quartalszahlen vor. Starke Ergebnisse aus dem Werbe- und Cloud-Geschäft sorgten in mehreren Jahren für Kurssprünge genau in diesem Fenster. Das erklärt einen Teil der Stärke — ist aber zugleich die wichtigste Einschränkung.

Wie verlässlich ist das Muster?

Saisonalität beschreibt die Vergangenheit, nicht die Zukunft. Drei Punkte zur ehrlichen Einordnung:

Was heißt das für Anleger?

Der Juli-Effekt ist ein Kontext-Baustein, kein Kaufsignal für sich allein. Wer ihn nutzen will, kombiniert ihn mit der eigenen Strategie und einem Blick auf den Termin der Quartalszahlen.

Auf seasonalpha.ai kannst du das selbst nachvollziehen: Öffne Monatszyklus, wähle GOOGL und stelle das Zeitfenster ein. Die Signifikanz-Anzeige verrät über p-Wert, t-Wert und Win-Rate, ob der Juli-Vorsprung statistisch belastbar ist. Im Dashboard zeigt der „We are here"-Marker, wo im Jahr du gerade stehst.

Fazit

Der Juli war über die letzten 15 Jahre Googles stärkster Monat — durchschnittlich rund +9 % bei 93 % positiven Jahren, oft getragen von den Quartalszahlen. Ein auffälliges, gut dokumentiertes Muster. Eine Garantie ist es nicht: Ein einziger enttäuschender Zahlentermin kann den Effekt kippen. Als Teil einer breiteren Analyse ist der Monatszyklus aber ein wertvoller Kompass. Probiere es selbst auf seasonalpha.ai.

Häufige Fragen

Ist der Juli wirklich Googles bester Monat?

Über die letzten 15 Jahre ja: GOOGL legte im Juli im Schnitt rund +9 % zu und schloss 14 von 15 Jahren positiv ab — der höchste Wert aller zwölf Kalendermonate.

Warum ist der Juli so stark?

Ein wesentlicher Grund dürften die Alphabet-Quartalszahlen Ende Juli sein. Positive Überraschungen aus Werbung und Cloud führten wiederholt zu Kurssprüngen in diesem Zeitraum.

Kann ich mich auf den Juli-Effekt verlassen?

Nicht blind. Saisonalität ist eine Wahrscheinlichkeit, kein Automatismus — 2024 schloss der Juli mit −7,5 %. Nutze das Muster als Kontext, nicht als alleiniges Signal.

Gilt das auch für andere Tech-Aktien?

Teilweise. Viele Tech-Werte zeigen rund um ihre Quartalszahlen ähnliche Muster, doch Termine und Stärke unterscheiden sich. Auf seasonalpha.ai kannst du jeden Ticker einzeln prüfen.