Intermarket-Matrix
Wenn Gold ungewöhnlich stark steigt — zieht Öl nach? Wenn Bitcoin einbricht, folgt der S&P 500? Diese Seite prüft solche Fragen nicht einzeln, sondern alle gleichzeitig: jedes Paar aus 18 Märkten, in beide Richtungen. Und sie rechnet mit ein, dass man bei so vielen Fragen zwangsläufig Zufallstreffer findet.
Bei 470 gleichzeitig gestellten Fragen sind allein durch Zufall rund 24 scheinbare Treffer zu erwarten — auch dann, wenn zwischen den Märkten überhaupt kein Zusammenhang besteht. Wer eine solche Matrix rechnet und anschließend die auffälligsten Zellen herausgreift, findet deshalb immer etwas. Damit eine Zelle hier als Befund gilt, muss sie größer sein als die beste Zelle einer Matrix aus reinem Zufall — und zusätzlich in beiden Hälften der Historie dasselbe zeigen. Keine tut das.
Die Matrix
Zeile = der Markt, der sich bewegt hat. Spalte = der Markt, dessen Entwicklung danach gemessen wird. Die Zahl ist der Überschuss in Prozentpunkten gegenüber dem, was dieser Markt in zehn Handelstagen ohnehin tut. Ein leeres Feld heißt: zu wenige Ereignisse, nicht auswertbar. Klick auf eine Zelle zeigt alle Zahlen dazu.
Die auffälligsten Zellen — und warum keine davon ein Befund ist
Sortiert nach Stärke des standardisierten Effekts. t setzt den Überschuss ins Verhältnis zu seiner eigenen Streuung — zwei Prozentpunkte bei Anleihen sind eine andere Aussage als zwei Prozentpunkte bei Bitcoin. Die Spalte H1/H2 zeigt, wie viele Ereignisse auf die erste und die zweite Hälfte des Zeitraums entfallen.
Selbst ausprobieren: Der Shock-Analyser lässt Sie Auslöser, Ziel, Schwelle und Zeitfenster frei wählen. Er rechnet jede Kombination einzeln — ohne die Korrektur, die diese Seite anwendet. Genau deshalb gehören beide Seiten zusammen: dort erkunden, hier nachsehen, was davon standhält.
Methodik — wie gerechnet wurde
Was ein Ereignis ist
Eine Bewegung des Signalgebers über zehn Handelstage, die zu den stärksten zehn Prozent seiner eigenen Geschichte gehört. Die Schwelle ist bewusst kein fester Prozentwert: fünf Prozent sind bei Gold ein selten gesehener Sprung und bei Bitcoin die normalste Bewegung der Welt. So ist ein Ereignis in jeder Zeile gleich selten und die Zeilen werden vergleichbar. Zwischen zwei Ereignissen liegen mindestens 41 Handelstage, damit sich die gemessenen Zeiträume nicht überlappen.
Was gemessen wird
Ausschließlich, was nach dem Ereignis liegt: die folgenden zehn Handelstage. Eine gleichzeitige Bewegung wäre keine Prognose, sondern nur die Feststellung, dass sich zwei Märkte am selben Tag bewegen. Jede Zahl wird gegen die Basisrate des Zielmarktes gelesen — also gegen das, was dieser Markt in zehn Handelstagen ohnehin tut — und nicht gegen null.
Die Korrektur, und warum sie hier über allem steht
Eine Matrix stellt viele Fragen auf einmal, und je mehr Fragen man stellt, desto sicherer findet man Antworten, die es gar nicht gibt. Deshalb wird nicht gefragt „ist diese Zelle auffällig“, sondern: wie groß wird die beste Zelle, wenn man dieselbe Matrix aus reinem Zufall erzeugt? Dazu werden die Kursreihen 2000-mal zirkulär gegeneinander verschoben — das zerstört den zeitlichen Zusammenhang, erhält aber die Eigenart der Reihen, dass ruhige und unruhige Phasen in Blöcken auftreten. Pro Runde wird ein gemeinsamer Versatz für alle Zellen genutzt, damit die Abhängigkeit zwischen ähnlichen Paaren erhalten bleibt: Technologie, Halbleiter und Software messen weitgehend dasselbe.
Warum verglichen wird, wie viele Standardfehler ein Effekt groß ist
Ein erster Durchlauf verglich rohe Prozentpunkte. Damit setzten Bitcoin und Uran als Ziele eine Schranke von elf Prozentpunkten, an der kein ruhigerer Markt je vorbeikommt — und die Matrix hätte nur noch gemessen, welcher Markt am stärksten schwankt. Verglichen wird deshalb der Effekt geteilt durch seinen eigenen Standardfehler.
Die vier Hürden für einen Befund
- Das Paar muss zur Primärfamilie gehören, also zwei verschiedene Kategorien verbinden. Dass der Dow dem S&P 500 folgt, ist keine Intermarket-Hypothese, sondern derselbe Markt mit anderem Namen. Solche Paare werden weiter angezeigt, aber als Replikationszellen — sie können keinen Befund stiften. Die Regel trennt nach Kategorie, nicht nach gemessener Korrelation; andernfalls wäre schon die Auswahl der Familie wieder eine Suche nach dem Ergebnis.
- Der standardisierte Effekt muss die Max-T-Schranke reissen.
- Der Effekt muss in beiden Hälften des Zeitraums dasselbe Vorzeichen haben.
- In jeder Hälfte müssen mindestens 20 Ereignisse liegen. Zwanzig insgesamt können drei in der einen und siebzehn in der anderen Hälfte bedeuten — „hält in beiden Hälften“ wäre dann eine Aussage über drei Fälle.
Was diese Seite nicht kann
- Starke Bewegungen häufen sich in Krisen. Wenn danach etwas folgt, kann das am gemeinsamen Marktumfeld liegen und nicht daran, dass ein Markt dem anderen vorausläuft. Die Matrix trennt das nicht; die Einzeluntersuchung zu den Anleihen tut es.
- Anleihen 20J+ und High Yield sind hier ETF-Kurse, keine Renditen und keine Spreads. Ein steigender Anleihe-ETF entspricht fallenden Renditen.
- Die Kursreihen sind dividendenbereinigt. An Ausschüttungstagen trägt das einen kleinen künstlichen Abschlag in die Reihe — bei monatlich ausschüttenden Anleihe-ETFs spürbarer als bei Gold.
- Jedes Paar nutzt seine eigene gemeinsame Historie. Uran liegt ab 2010 vor, Ether ab 2017, der S&P 500 ab 1993. Eine Zelle mit 6000 Beobachtungen ist belastbarer als eine mit 1200; beide Zahlen stehen deshalb in der Detailansicht. Mag 7 erreicht mit Historie ab April 2023 nirgends 20 Ereignisse und taucht in der Matrix gar nicht auf.