Strukturelle Markt-Flows

Die mechanischen, nicht-fundamentalen Kapitalströme hinter dem Markt — wer muss kaufen oder verkaufen, unabhängig von einer Meinung über den fairen Wert. Vier Perspektiven: Index-Rebalancing, Buyback-Blackout, CTA-Positionierung und Vol-Control-Leverage.

Ehrlicher Hinweis: Alle Panels zeigen strukturellen, nicht-fundamentalen Kontext und sind bewusst als Proxy aus freien Datenquellen gebaut (Details je Panel unten). Sie erklären, warum manche Kalenderfenster mechanisch stärker/schwächer sind — kein Kauf-/Verkaufssignal, keine Anlageberatung.

⚖️Index-Rebalancing-Kalender

An fixen Terminen zwingen Index-Fonds zu mechanischem Kauf/Verkauf, um dem neuen Index-Gewicht zu folgen. Der S&P-Quartals-Rebalance fällt auf denselben 3. Freitag (Mär/Jun/Sep/Dez) wie Triple Witching; die Russell Reconstitution ist das volumenstärkste Einzel-Event des Jahres.

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🔒Buyback-Blackout-Saison

Vor Earnings dürfen Firmen typischerweise keine eigenen Aktien zurückkaufen. Aktienrückkäufe sind ein struktureller Dauer-Bid — fällt er im Blackout weg, ist der Markt dünner. Die Kurve zeigt den Anteil des US-Kern-Universums im Blackout (Peaks zu Beginn jeder Earnings-Saison).

📈CTA-Positionierung (COT-Proxy)

Systematische Trendfolger (CTAs) sind long im Aufwärts-, short im Abwärtstrend; ihr Umschalten verstärkt Bewegungen. Die freie Näherung: CFTC-COT-Netto-Position von Leveraged Funds und Asset-Managern im E-mini-S&P-500 — plus eine simple Trend-Ampel (50/200-Tage-SMA).

🎚️Vol-Control-Leverage (Modell-Proxy)

Target-Vol- und Risk-Parity-Fonds skalieren ihr Exposure invers zur realisierten Volatilität: Vola rauf → mechanisches De-Leveraging (Verkäufe verstärken den Selloff), Vola-Beruhigung → Re-Leveraging (Bid). Das implizierte Leverage = Ziel-Vol (15 %) / realisierte 20-Tage-Vola des S&P 500.

Der fünfte Flow: Dealer-Gamma. Die Options-Absicherung der Market Maker (Gamma, Vanna, Charm) ist der am direktesten kurstreibende strukturelle Flow — er hat eine eigene Seite: Dealer Positioning →
Methodik, Datenquellen & ehrliche Grenzen

Panel A — Index-Rebalancing

Reine Kalender-Arithmetik. S&P DJI rebalanciert quartalsweise am 3. Freitag (Mär/Jun/Sep/Dez) = Triple Witching. FTSE Russell rekonstituiert einmal jährlich, wirksam nach Schluss am letzten Freitag im Juni. Die Größe der Umschichtung schätzen wir nicht (dafür bräuchte es Index-Gewichte aus Bezahl-Feeds).

Panel B — Buyback-Blackout

Doppel-Proxy: nächste Earnings aus der Quartals-Kadenz (~91 T) + typischem Ankündigungs-Versatz geschätzt; Blackout-Fenster = Ankündigung −35 bis +2 Tage (Standard-Heuristik). Gleichgewichtet über das US-Kern-Universum (aus earnings_events), nicht marktkapital-gewichtet. Autorisierung ≠ Ausführung.

Panel D — COT / CTA

CFTC „Traders in Financial Futures", wöchentlich, freie Socrata-API. Netto = Long − Short der Leveraged Funds bzw. Asset-Manager im E-mini-S&P-500. COT ≠ echte CTA-Position, ~3 Tage Meldeverzug. Trend-Overlay = 50/200-Tage-SMA des ^GSPC.

Panel E — Vol-Control

Modell-Proxy: Ziel-Vol (15 %) / realisierte 20-Tage-Vola (annualisiert) des S&P 500, gekappt bei 150 %. Zeigt die Richtung des De-/Re-Leveragings, nicht die $-Menge oder echte Fonds-Bücher.

Wissenschaftliche Einordnung

Übergreifend

Alle Panels = strukturelle, nicht-fundamentale Flows. Freie Datenquellen, als Proxy gelabelt. Kein Kauf-/Verkaufssignal, keine Anlageberatung.